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Sie leuchten gelb, rot, orange, dunkel- und hellgrün auf Märkten oder in Gemüseläden. Wie große, orangefarbene Bälle liegen sie auf den Feldern herum und werden auch am Straßenrand in ländlichen Gegenden angeboten. Ihre Vielfalt an Aromen, Größen, Formen und Farben ist kaum zu überschauen: Kürbisse, die im Herbst von September bis Ende Oktober unseren Speiseplan bereichern, kalorienarm und sehr gesund sind. Am bekanntesten der weltweit über 800 Kürbisarten der großen Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) ist der von der japanischen Insel Hokkaidō stammende orangerote Hokkaidokürbis, den Sie nun im Handel und auf Märkten finden. Dieser Speisekürbis ist ein bis zwei Kilogramm schwer und eignet sich besonders für Suppen, da seine dünne Schale beim Kochen weich wird und mitverzehrt werden kann. Die Schale lässt sich auch mit dem Spargelschäler entfernen. Sein oranges Fruchtfleisch hat einen nussigen Geschmack. Vielseitig in der Küche einsetzen lassen sich die Sorten Butternut (wie lang gezogene Birne mit hellgelber Schale und gelbem Fruchtfleisch) und Muscade de Provence. Sein gelbes Fruchtfleisch schmeckt sehr aromatisch. Der Muskatkürbis mit hellgrüner Schale ist sehr groß und schwer.
Man teilt die Speisekürbisse in die unreif geernteten Sommerkürbisse ein, zu denen alle Zucchinisorten, Gurken und Melonen zählen, und in die reif geernteten Winterkürbisse mit festem Fruchtfleisch und harter Schale. Meist ungenießbar sind Zierkürbisse, die Sie an den vielen Warzen erkennen. Sie enthalten den Bitterstoff Curcubitacin, der Magenkrämpfe verursachen kann.
Kürbisse sind sehr kalorienarm und enthalten viel Karotinoide, Pflanzenfarbstoffe, verantwortlich für die gelbe, orange und rötliche Farbe des Fruchtfleischs, die im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden.
Außerdem ist das Fruchtfleisch reich an Eisen, Kalium, Magnesium und löslichen Ballaststoffen. Gut für Herz, Kreislauf und Muskeln. Gekocht ist es leicht bekömmlich, wirkt harntreibend und entgiftend.
Winterkürbisse sind voll ausgereift, haben oft eine stattliche Größe, eine harte Schale und große Kerne, die bei der Zubereitung entfernt werden.
Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Schale unversehrt ist. Kleinere Exemplare lassen sich besser und schneller verarbeiten, schmecken aromatischer und enthalten mehr Biostoffe.
Lagern Sie Winterkürbisse an einem kühlen, dunklen, trockenen Ort, aber nicht im Kühlschrank. Sie halten meist einige Monate. Ideal sind Temperaturen von 12 bis 17 °C. Die Früchte reifen nach der Ernte noch nach (vor allem Moschuskürbisse) und verlieren durch Verdunsten von Wasser an Gewicht.

Kulinarische Vielfalt

In der Küche werden Kürbisse als Gemüse verarbeitet. Aber wussten Sie, dass sie botanisch zu den Beerenfrüchten zählen wie Orangen, Bananen und Tomaten?

Der kulinarische Genuss beschränkt sich nicht nur auf die bekannte Kürbissuppe, mal verfeinert mit Karotten, Kartoffeln oder auch Linsen. Inzwischen sind zahlreiche Bücher mit raffinierten Kürbisrezepten erschienen, zumal die Riesenbeere den Aufstieg in die Gourmet-Küche geschafft hat. Die Vielfalt reicht von der Kürbis-Lasagne, der Kürbispizza, Kürbisrisotto über das Kürbis-Cordon-bleu bis zum gefüllten Rinderfilet mit Kürbis-Rahmgemüse. Diese Köstlichkeiten und viele weitere finden Sie in den Buch „Kürbis. Einfach und gut! Die besten Rezepte", herausgegeben vom Leopold Stocker Verlag, Graz 2009.

Wie Sie Kürbisse in Ihrem Garten kultivieren können, alles über Aussaat, Pflege, Erntezeitpunkt, Lagerung und die verschiedenen Kürbisarten, erfahren Sie neben vielen leckereren Rezepten und Küchentipps im Buch von Michel Brancucci & Erica Bänziger „Kürbisküche. Klassische Rezepte“, das im Walter Hädecke Verlag, Weil der Stadt 2010 in der dritten Auflage erschienen ist.
Wenn Sie sich neben leckeren Kürbisrezepten außerdem über Herkunft und Tradition rund um den Kürbis interessieren, ist das Buch von Claudia Daiber und Manfred Hailer „Kürbis. Delikat, gesund, dekorativ“ (Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2007) die richtige Wahl. Die Autoren berichten über die Heimat des Kürbis: Süd- und Mittelamerika, wo ihn indianische Ureinwohner bereits vor 5000 bis 8000 Jahren angebaut haben. Sie beschreiben leicht und verständlich die wichtigsten Kürbisarten (Hubbards, Moschuskürbisse, Spaghettikürbisse, Butternuts …) mit den verschiedenen Sorten, zeigen, wie man Kürbisse selbst anbauen sowie Haus und Hof originell mit Zierkürbissen dekorieren kann. Aber auch, was man aus Kürbissen neben den bekannten Gesichtern, die sich hinein schnitzen lassen, alles basteln kann und welche Feste es rund um den Kürbis gibt.
Bekannt ist die Weltgrößte Kürbisausstellung im Blühenden Barock in Ludwigsburg, wo Sie noch bis zum 7. November 2010 über 500.000 Kürbisse in bizarren Formen, leuchtenden Farben und imposante Figuren bewundern können.
Programm und Infos: www.blueba.de


Literatur

Brancucci, Michel/Bänzinger, Erica: Kürbisküche. Klassische Rezepte. Walter Hädecke Verlag, Weil der Stadt 32010. Preis: 9.95 €. 
Daiber, Claudia/Hailer, Manfred: Kürbis - delikat - gesund – dekorativ. Ulmer Verlag, Stuttgart 2007. Preis: 7,90 €. 
Kürbis. Einfach & gut! Die besten Rezepte. Leopold Stocker Verlag, Graz 2009. 7,95 €. 

Ein Beitrag von Angelika Kastner M.A.